Begründung

zu 1. Unsere Welpen sollen im Haushalt mit der neuen Familie leben.

- Der Beagle ist ein Meutehund und muss unbedingt Kontakt zu seiner Familie haben, da er ansonsten nicht artgerecht gehalten wird. Nur wenn man eine große Meute hat, wäre eine Zwingerhaltung denkbar.

- Wenn der Beagle im Haushalt lebt, gilt aber zu beachten, dass er aufgrund seines Meuteverhaltens ("Friss oder stirb") sehr verfressen ist und versuchen wird, jegliche Lebensmittel zu fressen. Dies gilt auch, wenn er als Einzelhund gehalten wird. Es gibt genügend Videos auf Youtube, die beweisen, wie einfallsreich Beagle sein können, wenn es ums Fressen geht. Und das sind keine Einzelfälle.

Auch habe ich des öfteren gehört, dass man sich für einen Beagle entschieden hätte, da er ja eine kurzhaarige Rasse ist und deshalb nicht so haart. Das kann ich so überhaupt nicht bestätigen. Beaglebesitzer sprechen nicht umsonst von "Beagleglitzer", der sich überall im Haus verteilt. Es gibt Mittel, die das Haaren etwas reduzieren, aber wenn ein Fellwechsel ansteht... Naja, das Wort an sich sagt ja schon alles. ;-)

- Da der Beagle ein Jagdhund ist und diesem Trieb liebend gerne nachgeht, ist es kaum möglich, ihn ab der Pubertät (ca. 7. Monat) ohne Leine laufen zu lassen. Mit sehr viel intensivem Training kann man es schaffen, ihn auch von einer Spur abzurufen, aber selbst ich als Züchter habe nicht die Zeit und Konsequenz unseren Hunden das zu 100% anzutrainieren.

- Wie bei den meisten Hunden und vor allem Jagdhunden, benötigt man bei der Erziehung des Beaglewelpen eine absolute Konsequenz. Fehler in der Erziehung als Junghund können ein Leben lang bestehen bleiben. Darum ist es wichtig, den Welpen schon früh an alle Umweltreize (fremde Menschen & Hunde, Lärm, Autos, Fahrradfahrer, etc.) zu gewöhnen und Dinge, die er nicht machen soll, konsequent und bestimmt zu unterlassen. Hat ein Beagle z.B. einmal etwas vom Tisch bekommen, wird es umso schwerer, ihn beim Essen im Körbchen zu halten und er wird ständig wieder mit allen Mitteln versuchen etwas vom Tisch zu ergattern.

- Wer mit diesen Makeln eines Beagles leben kann, wird dafür einen treuen und freundlichen Begleiter für einen wunderschönen Lebensabschnitt haben.

 

zu 2. Die neuen Besitzer sollen ein Haus mit einem großen und ausbruchsicherem Garten haben.

- Ich kenne einige weniger Beaglebesitzer, die mit Ihrem Beagle in einer Wohnung leben und wo das auch klappt. Mann sollte allerdings schon Erfahrung mit der Hundehaltung in der Wohnung haben, da der Beagle ein Jagdhund ist und auch zu den Laufhunden gehört.

- Dasselbe gilt auch für den ausbruchsicheren Garten. Wenn man nicht die Zeit und Konsequenz hat, den Hund auch von einer Fährte abrufen zu können, muss er dennoch ausgelastet werden, da er ansonsten seine aufgestaute Energie gerne am Mobiliar auslässt. Auch wenn man z.B. Mantrailing macht oder den Beagle jagdlich führt sind das natürlich schöne Dinge für den Hund, aber das macht man ja in der Regel nicht täglich. Daher ist es gut, wenn man einen Garten hat, wo man sich mit dem Beagle austoben kann. Sei es beim Dummytraining, Stöckchen holen oder Ballspielen. Wenn der Beagle dann etwas Interessantes sieht oder hört, kann es sehr schnell passieren, dass er bei einem nicht gesicherten Garten ausbüxt und eventuell über die Straße und unter ein Auto läuft. Das möchte sicherlich niemand gerne erleben.

- Ein weiterer Vorteil eines beaglesicheren Gartens besteht im Training für die Stubenreinheit. Vor allem dabei kommt es darauf an schnell zu sein und seinem Beagle das "draußen-machen" schnellstmöglich zu ermöglichen, damit er das auch lernt. Dann ist es natürlich schneller und einfacher den Welpen schnell in den Garten zu bringen, als sich erstmal Schuhe und Jacke anzuziehen sowie den Hund anzuleinen, um mit ihm Gassi zu gehen.

 

zu 3. Der Wohnsitz liegt in Nordrhein-Westfalen.

- Wir nehmen unsere Pflicht als verantwortungsvolle Züchter sehr ernst und möchten unseren Welpenkäufern bei jeglichen Problemen gerne vor Ort Unterstützung geben - und das kostenlos. Daher ist dies ein Punkt, von dem mir nur abrücken würden, wenn die neue Familie bereits einen Beagle hält oder zumindest fundierte Erfahrung mit der Haltung eines Beagles hat.

 

zu 4. (ehemalige) Beaglebesitzer werden bevorzugt berücksichtigt. Die neue Familie sollte möglichst hundeerfahren sein oder gewillt sein viel Zeit in die Erziehung des Welpen zu stecken.

- Diejenigen, die bereits einen Beagle haben oder hatten, wissen worauf sie sich einlassen und worauf sie achten müssen. Natürlich ist das dann auch einfacher für uns, aber es ist auch umso schwerer für uns, geeignete Familien zu finden, die noch keine Erfahrung mit der Hunde- bzw. Beagle-Haltung haben. Es kommt nämlich nicht nur darauf an lieb und freundlich zu Mensch und Hund zu sein, sondern eben auch darauf,  genügend Konsequenz in der Erziehung des Welpen an den Tag zu legen. Und bei den wenigen Treffen, die man mit den Welpenkäufern hat, herauszufinden, ob die Käufer zur konsequenten Erziehung geeignet sind, ist für Züchter kaum machbar.

 

zu 5. Zumindest eine Person der neuen Familie sollte bereit sein, Mitglied im Beagle Club Deutschland e.V. und einer Landesgruppe zu werden (Kosten BCD: € 40,- + LG: ca. € 25,- pro Jahr) und aktiv am Vereinsleben und dem Training teilnehmen.

- Ich bin davon überzeugt, dass es für Beagle nichts schöneres gibt, als mit anderen Beagle in der Meute zu laufen. Dieser Freilauf auf einem sicher eingezäunten Hundeplatz wird meines Wissens in allen Landesgruppen angeboten und ist absolut zu empfehlen.

- Außerdem hat man in den Landesgruppen die Möglichkeit, sich mit anderen Beaglebesitzern zu unterhalten und auszutauschen, was meiner Meinung nach immer gut ist.

- Auch bieten die meisten Landesgruppen das Training und die Prüfung zum Beaglediplom an. In der Landesgruppe Mittelrhein mit Hundeplatz in Bergheim ist das Training komplett kostenlos und alle Kosten (bis auf die Prüfungskosten) im Mitgliedsbeitrag inklusive. Infos zum Beaglediplom gibt es auf der Homepage des BCD.

- Da das erste Jahr im BCD und auch in den meisten Landesgruppen kostenlos für Welpenkäufer ist, lohnt es sich in jedem Fall, sich das einmal anzuschauen.

 

zu 6. Die neuen Besitzer sollen mit dem Welpen eine Hundeschule besuchen.

- Wenn man natürlich jahrelange Erfahrung mit der Erziehung von Hunden hat, muss man nicht unbedingt eine Hundeschule besuchen, aber auch wir gehen mit den Welpen, die wir behalten in die Hundeschule. Dabei geht es nicht nur darum, um den Hund zu erziehen oder zu trainieren, sondern um ihn zu einem verlässlichen Begleiter zu machen und ihm auch den sozialen Kontakt zu anderen Hunderassen zu ermöglichen. Außerdem erhalte auch ich immer wieder neue tolle Ideen und Möglichkeiten den Hund auszulasten.

- Da es starke Unterschiede im Training der Hundeschulen gibt, bin ich gerne bereit bei der Auswahl behilflich zu sein und zu beraten.

 

zu 7. Im ersten Jahr müssen Kosten in Höhe von ca. € 3.615,- eingeplant werden.

- Die Kosten wurden von mehreren Beaglebesitzern bestätigt und für in Ordnung gehalten. Wenn der Hund natürlich das Mobiliar oder Kleidung und Schule kaputt macht, kann es auch wesentlich teurer werden. ;-)